PR-Coup des Jahres

(24.11.2019) Elon Musk hat mit der Ankündigung seines Cybertruck den PR-Coup des Jahres gelandet. Ob der Truck jemals in Serie geht, spielt keine Rolle, denn die Welle an Aufmerksamkeit war es allemal wert, trotz Pannen in der Präsentation. Möglicherweise ist ein Scheitern bei der Zulassung bereits im Entwurf einkalkuliert. So wären dann die Behörden schuld, wenn es diese Innovation nicht breit auf die Straße schafft. Wie ernst es Musk mit der Verwirklichung ist, zeigte sich auch an der Höhe der Anzahlungssumme. Mit 100$ schafft man es auf die Marketingliste der Kaufinteressenten. Die ca. 20 Millionen, die auf diese Weise eingesammelt wurden, sind später rasch wieder zurückerstattet. Beim Modell 3 waren es noch 1.000$.

In Europa werden wir diese beispiellose Innovation in dieser Form nicht auf der Straße sehen. Hier verfehlt der Prototyp gleich mehrere Zulassungskriterien, so weit, dass auch Nachbesserungen nicht als möglich erscheinen. Knautschzone? Fehlanzeige! Wo wird all die Energie abgebaut, die bei einem Crash entsteht? Was ist mit Fußgängerschutz? Auch das Beleuchtungskonzept sprengt alle Paradigmen der Zulassungsbehörden. So taugt der vorgestellte Entwurf zunächst nur als Showcar.

Das macht aber nichts. Die wichtigste Errungenschaft bleibt: Gesprengte Vorstellungen. Musk hat anschaulich verdeutlicht, wie uniform und einfallslos heutige Mini-LKWs, die Trucks, doch sind. Und dass alles ganz anders aussehen könnte.

Wenn dann das Serienfahrzeug, als Zugeständnis an die Zulassungsbehörden, erheblich konventioneller daherkommt, wird es trotzdem ein Verkaufsschlager. Wahrscheinlich werden dann einige SUV-Fahrer auf Musks Minivan umsteigen, dem Coolness-Faktor wegen.

Mich persönlich inspiriert der Cybertruck, obwohl ich ihn nicht unbedingt fahren möchte. Mir würden Tesla-Limousinen schon genügen, vorausgesetzt sie wären nach meinen Vorstellungen technisch aufgerüstet, und damit wirklich alltagstauglich. Kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt, ein entsprechendes Startup zu gründen, jedoch wieder verworfen, mit Blick auf laufende Projekte.

Was bleibt: Hoffnungsfreude auf die Zukunft.

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